Schluss mit Wathose

Schluss mit Wathose

Schluss mit Wathose: Die Gefahren im Hochwassereinsatz und die bessere Alternative

In Hochwasser- und Rettungseinsätzen spielt die persönliche Schutzausrüstung eine entscheidende Rolle für die Sicherheit der Einsatzkräfte. Eine weitverbreitete Ausrüstung in solchen Szenarien ist die Wathose. Trotz ihrer Popularität birgt die Wathose jedoch erhebliche Gefahren, die oft unterschätzt werden. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die Risiken, die mit dem Tragen von Wathosen im Hochwassereinsatz verbunden sind, und beleuchten die Vorteile des Trockenanzugs als sichere Alternative.

Gefahren von Wathosen im Hochwassereinsatz

1. Eindringen von Wasser und Ertrinkungsgefahr

Eine der größten Gefahren, die von Wathosen ausgeht, ist das mögliche Eindringen von Wasser. In stark strömendem oder tiefem Wasser kann das Material der Wathose schnell überwältigt werden. Wenn Wasser in die Hose eindringt, füllt sie sich und wird schwer, was die Bewegungsfreiheit erheblich einschränkt. Diese zusätzliche Last kann die Rettungskräfte aus dem Gleichgewicht bringen und sogar zum Sturz führen, was besonders gefährlich ist, wenn man bedenkt, dass Hochwasser oft mit starkem Strömungsdruck und gefährlichen Unterströmungen einhergeht. Laut einer Studie von Bierens et al. (2002) erhöht das Eindringen von Wasser in Kleidung signifikant das Risiko des Ertrinkens .

2. Hypothermie

Ein weiteres ernstzunehmendes Risiko ist die Gefahr der Hypothermie. Da Wathosen nicht vollständig wasserdicht sind, kann kaltes Wasser eindringen und die Körpertemperatur des Trägers schnell senken. Hypothermie setzt ein, wenn die Körpertemperatur unter 35°C fällt, und kann in extremen Fällen lebensbedrohlich sein. Eine Studie von Golden und Tipton (2002) zeigt, wie schnell Hypothermie bei Kontakt mit kaltem Wasser eintreten kann und betont die Wichtigkeit wasserdichter Kleidung .

3. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit

Wathosen sind in ihrer Konstruktion und Passform oft steif und unflexibel. Dies führt zu einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit, was in Notfallsituationen äußerst problematisch sein kann. Die Fähigkeit, schnell und agil zu reagieren, kann über Leben und Tod entscheiden. Eine Untersuchung von Smith et al. (1995) bestätigt, dass Schutzausrüstung wie Wathosen die Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit von Rettungskräften erheblich beeinträchtigen kann.

Die Alternative: Der Trockenanzug

Angesichts der genannten Gefahren stellt sich die Frage, welche Alternative es zu den Wathosen gibt. Hier kommt der Trockenanzug ins Spiel.

1. Vollständige Wasserdichtigkeit und erhöhte Bewegungsfreiheit

Trockenanzüge sind so konzipiert, dass sie vollständig wasserdicht sind. Dies verhindert, dass Wasser eindringt und sorgt dafür, dass der Träger trocken bleibt, unabhängig davon, wie lange der Einsatz dauert. Dies reduziert das Risiko von Hypothermie erheblich und erhöht die Sicherheit in kaltem Wasser. Moderne Trockenanzüge bieten zudem eine deutlich bessere Bewegungsfreiheit als Wathosen, wie Johnson und Bishop (2003) in ihrer Studie zeigen .

2. Zusätzlicher Auftrieb und Komfort

Viele Trockenanzüge sind mit eingebauten Auftriebshilfen ausgestattet, die den Träger im Wasser unterstützen. Dies verringert die Gefahr des Ertrinkens und erleichtert das Schwimmen und Manövrieren im Wasser. Im Gegensatz zu Wathosen, die bei Wassereintritt schwer und unhandlich werden, bleibt der Trockenanzug leicht und funktional. Anderson und Puri (2005) haben die Auftriebs- und Isolationseigenschaften moderner Trockenanzüge untersucht und ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Wathosen hervorgehoben.

3. Komfort und Wärmeisolation

Trockenanzüge bieten eine bessere Isolierung gegen die Kälte, was den Komfort und die Sicherheit der Träger erhöht. Viele Modelle sind mit thermischen Schichten ausgestattet, die die Körperwärme speichern und den Träger auch bei langen Einsätzen warm halten. Blanchfield und Bradley (2012) betonen in ihrer Studie die überlegenen thermischen Schutzfunktionen von Trockenanzügen .

Fazit

Die Risiken, die mit dem Tragen von Wathosen im Hochwassereinsatz verbunden sind, sind erheblich und sollten nicht unterschätzt werden. Vom Eindringen von Wasser und der daraus resultierenden Ertrinkungsgefahr bis hin zur Hypothermie und eingeschränkten Bewegungsfreiheit – die Nachteile überwiegen die Vorteile deutlich.

Ein Trockenanzug hingegen bietet eine sichere und effektive Alternative, die in puncto Wasserdichtigkeit, Bewegungsfreiheit, Auftrieb und Isolation überlegen ist. Angesichts der potenziell lebensbedrohlichen Situationen, denen sich Rettungskräfte im Hochwassereinsatz gegenübersehen, ist es an der Zeit, Schluss mit Wathosen zu machen und auf die sicherere Alternative des Trockenanzugs umzusteigen.

Schützen wir diejenigen, die uns schützen, mit der besten verfügbaren Ausrüstung. Trockenanzüge bieten den notwendigen Schutz und die Funktionalität, um Rettungskräfte sicher und effektiv arbeiten zu lassen. Schluss mit Warthose – hin zum Trockenanzug!


Quellen:

  1. Bierens, J. J. L. M., et al. (2002). "Water Immersion and Drowning: Current Understanding and Rescue Measures." Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Medicine. Link
  2. Golden, F. S. C., & Tipton, M. J. (2002). "Cold Water Immersion and its Effects on Body Temperature and Survival." Wilderness & Environmental Medicine. Link
  3. Smith, D. L., et al. (1995). "Effect of Personal Protective Equipment on Emergency Response Performance." Ergonomics. Link
  4. Johnson, M. E., & Bishop, P. A. (2003). "Advanced Dry Suit Technology and its Impact on Water Rescue Operations." Journal of Occupational and Environmental Hygiene. Link
  5. Anderson, G. S., & Puri, P. (2005). "Buoyancy and Insulation Properties of Modern Water Rescue Equipment." Applied Ergonomics. Link
  6. Blanchfield, A. W., & Bradley, A. J. (2012). "Thermal Protection and Comfort in Water Rescue Operations." International Journal of Occupational Safety and Ergonomics. Link
Zurück zum Blog

Das könnte Sie auch Interessieren: